Ursprung und Geschichte der Thai-Massage
Was ist die traditionelle Thai-Massage
Die traditionelle Thai-Massage heisst auf Thailändisch Nuad Phaen Boran, uralte heilsame Berührung. Sie kombiniert passive, dem Yoga entnommene Streckpositionen mit Druckpunktmassage entlang zehn energetischer Linien, den Sen, die nach ayurvedischer Lehre den Körper durchziehen. Behandelt wird bekleidet auf einer Bodenmatte, traditionell während 2 bis 2.5 Stunden.
In Thailand ist sie fester Bestandteil des Alltags: zur Gesundheitsvorsorge im familiären Umfeld, zur Regeneration in Krankenhäusern und in abgewandelter Form im Tourismus. Seit den 1990er Jahren wird sie auch im Westen gelehrt, mitbegründet durch Asokananda, mit bürgerlichem Namen Harald Brust (1955 bis 2005), einen der ersten europäischen Lehrer.
Der Ursprung: Jivaka Kumar Bhaccha
Als Begründer der traditionellen Thai-Massage gilt Jivaka Kumar Bhaccha, geboren um 540 vor Christus, vermutlich in Rajagriha im heutigen Bihar, Indien. Er soll Leibarzt des Königs Bimbisara und persönlicher Arzt von Buddha gewesen sein, in buddhistischen Schriften wie der Tipitaka wird er mehrfach erwähnt. Seine Lehre teilt den Körper von unten nach oben in drei Bereiche: Körper, Energie und Seele. In Thailand wird er bis heute als Vater der Medizin verehrt und zu Beginn jeder Thai-Massage in einer Andacht namens Wai Khru erwähnt.
Wie die Massage nach Thailand kam
Die Yoga-Elemente und Begriffe der Thai-Massage verweisen auf einen indischen Ursprung, vermutlich überliefert durch buddhistische Mönche, die von Indien über Myanmar nach Südostasien zogen. Die einzigen erhaltenen schriftlichen Zeugnisse wurden 1832 vom thailändischen König Rama III. im Tempel Wat Pho in Bangkok auf 60 Steintafeln eingraviert, die dort bis heute zu besichtigen sind. Frühere Aufzeichnungen gingen 1767 bei der Zerstörung der Königsstadt Ayutthaya verloren.